Alle Sportarten und Wettmärkte im Überblick
Welcher Buchmacher die besten Quoten stellt, unterscheidet sich je Sportart; und mit ihr ändert sich auch, welche Wettart überhaupt sinnvoll ist. Diese Übersicht führt zu den einzelnen Märkten.
Sportarten
Warum die Sportart die Wette bestimmt
Dieselbe Dreiwegwette verhält sich je Sportart völlig anders. Wo das Unentschieden fehlt, verschiebt sich das ganze Marktangebot, und andere Wettarten tragen ihn. Für den Anbietervergleich heißt das, dass die Zahl der geführten Sportarten wenig aussagt: entscheidend ist, wie viele Märkte ein Buchmacher je Partie führt.
Mit Unentschieden
Fußball, Handball und Eishockey kennen den dritten Ausgang. Die Dreiwegwette ist hier der Standard, und die Verlängerungsregel entscheidet, wie gewertet wird.
Ohne Unentschieden
Tennis, Basketball und Volleyball enden immer mit einem Sieger. Statt der Dreiwegwette tragen hier Handicap, Over/Under und Satzwetten den Markt.
Feldwetten
Bei Hunderennen und im Motorsport steht ein ganzes Feld zur Auswahl. Die Quoten sind höher, die Trefferwahrscheinlichkeit entsprechend niedriger.
Worauf es je Markt ankommt
Die Marktbreite unterscheidet sich stärker als das Quotenniveau. Bei Fußball führt fast jeder lizenzierte Anbieter dieselben Ligen; bei Randsportarten trennt sich das Feld.
Wer regelmäßig auf eine Nische wettet, sollte deshalb zuerst prüfen, ob der Anbieter sie überhaupt führt. Eine gute Quote auf einen Markt, den es dort nicht gibt, nützt nichts.
Die Regelwerke der Anbieter weichen genau dort voneinander ab, wo ein Spiel nicht normal endet: Aufgabe beim Tennis, Verlängerung beim Eishockey, Abbruch bei Regen.
Diese Fälle stehen in den Wettregeln, nicht in der Quote. Sie sind der häufigste Grund, aus dem eine scheinbar gewonnene Wette anders abgerechnet wird als erwartet.
Wie eine Quote entsteht
Eine Quote ist keine Prognose, sondern ein Preis. Der Buchmacher rechnet die von ihm angenommene Wahrscheinlichkeit in eine Dezimalzahl um und zieht davon seine Marge ab. Die Differenz zwischen der rechnerischen und der angebotenen Quote ist sein Verdienst.
Deshalb summieren sich die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge nie auf genau 100 Prozent, sondern darüber. Wie weit darüber, unterscheidet sich je Anbieter und je Sportart. Genau dieser Abstand entscheidet über viele Wetten hinweg mehr als jeder Bonus.
In großen Märkten ist der Abstand klein, weil viele Anbieter dieselbe Partie stellen und sich gegenseitig korrigieren. Bundesliga und Champions League gehören dazu. Eine dritte Liga oder ein Randsport wird seltener gehandelt und entsprechend vorsichtiger bepreist.
Wer die Quotenqualität eines Anbieters beurteilen will, vergleicht deshalb nicht einzelne Höhepunkte, sondern denselben Markt über mehrere Spieltage. Ein einmalig guter Wert sagt wenig. Die Methode dazu steht im Quotenvergleich.
Livewetten je Sportart
Während des Spiels bewegt sich die Quote mit jedem Ereignis. Wie schnell und wie stark, hängt davon ab, wie oft in einer Sportart gepunktet wird. Das macht den Unterschied zwischen einem ruhigen und einem hektischen Livemarkt.
Wenige Tore
Im Fußball verschiebt ein einziges Tor die Quote massiv. Zwischen den Toren bewegt sie sich kaum. Wer live wettet, wartet hier meist auf ein Ereignis statt auf eine Entwicklung.
Viele Punkte
Basketball und Handball liefern laufend Punkte, die Quote läuft entsprechend mit. Einzelne Körbe ändern wenig, Läufe von acht oder zehn Punkten dagegen viel. Der Markt reagiert gleichmäßiger als im Fußball.
Satzstruktur
Tennis und Volleyball springen an Satzgrenzen. Ein gewonnener Satz kann die Quote weiter bewegen als mehrere Aufschlagspiele davor. Deshalb sind Satzwetten hier oft die klarere Wahl als der Gesamtsieger.
Wettarten und Methode
Nicht jeder Anbieter führt jede Sportart, und wer eine Nische regelmäßig bespielt, merkt den Unterschied schneller als bei den großen Ligen. Ein Blick in das Marktangebot vor der Anmeldung erspart die Enttäuschung danach.
Die Sportart entscheidet auch, welche Märkte ein Buchmacher überhaupt anbietet. Die folgenden Seiten gehen die Wettarten und die Methode dahinter im Einzelnen durch, samt der Frage, wie eine Quote zustande kommt und wie eng gerechnet wird.
Wo die Quoten schärfer sind und wo nicht
Je mehr Geld auf einen Markt läuft, desto genauer muss ein Buchmacher rechnen. In der Bundesliga und der Premier League liegt die Summe der Kehrwerte aller Ausgänge regelmäßig zwischen 1,03 und 1,07; in Randsportarten und unteren Ligen sind 1,20 und mehr üblich.
Das ist keine Einladung, nur Spitzenspiele zu spielen. Wo der Preis scharf ist, muss die eigene Einschätzung entsprechend besser sein als die des Marktes, und ein Vorteil ist dort am schwersten zu finden. Wo er weit ist, sind die Chancen größer und der Aufschlag ebenso.
Nachrechnen lässt sich das für jede Partie: Kehrwerte aller angebotenen Quoten addieren. Wie das geht, steht unter Berechnen der Wettquoten; welcher Anbieter im konkreten Markt am besten zahlt, zeigt der Quotenvergleich.
Unabhängig von der Sportart fällt auf den Einsatz die Wettsteuer von 5,3 Prozent nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes an. Ob ein Buchmacher sie selbst trägt, vom Einsatz abzieht oder vom Gewinn einbehält, verschiebt die Rechnung über viele Wetten hinweg spürbar. Einzelheiten stehen unter Sportwetten ohne Wettsteuer.