Die rechtliche Situation in Deutschland was Sportwetten angeht, ist für einen Laien nur sehr schwer zu verstehen. Folgende Ausführung dürfte die Absurdität der bis heute geltende Regelung recht anschaulich beschreiben: Jeder, der sich in irgendeiner Weise für Sport interessiert, kommt kaum an den großen Sportwetten Anbietern vorbei, Namen wie bet365, betway, Tipico oder bet-at-home sind einem großen Publikum bereits bekannt durch Sponsorin, Funk und Fernsehwerbung und vor allem aus dem Hauptgeschäftsfeld dieser Anbieter: Dem Internet. Und dennoch bewegen sich diese Unternehmen hierzulande in einer rechtlichen Grauzone, denn eigentlich ist das Anbieten von Sportwetten hierzulande so wie es praktiziert wird, nicht legal. Keiner dieser Buchmacher kann eine Konzession für Glücksspiel in Deutschland vorweisen und trotzdem wir gewettet, was das Zeug hält.
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Steigende Umsätze

Messbar ist dies an einer weiteren Absurdität: Denn obwohl die Sportwetten Anbieter auf dem Markt tätig sind, ohne richtige Erlaubnis und ohne gesetzlichen Segen, führen sie eine Wettsteuer an die deutschen Bundesländer ab. Und die Einnahmen aus dieser Wettsteuer steigen von Jahr zu Jahr:

  • 2013: 3,77 Milliarden Euro
  • 2014: 4,51 Milliarden Euro
  • 2015: 4,81 Milliarden Euro
  • 2016: 6,13 Milliarden Euro

Denn eigentlich sollte bereits seit 2012 eine gängige Praxis zur Legalisierung und Regulierung des Wettmarktes erfolgen. Die Länder einigten sich sogar auf ein Konzept, ein durchaus schlechtes, wie sich jedoch schnell herausstellte. Denn nach einen Prüfungsverfahren sollten lediglich 20 Anbieter die Erlaubnis bekommen, Sportwetten in Deutschland anbieten zu können. Klar, dass diejenigen Buchmacher, die außen vor blieben, damit nicht einverstanden sein konnten. Und so klagten die übrigen Anbieter und brachten das gesamte Verfahren zum Erliegen. Auch die Europäische Union war mit dem Ergebnis nicht zufrieden und drängte Deutschland, eine andere Lösung in Erwägung zu ziehen. Und jetzt endlich scheint ein Durchbruch erreicht worden zu sein. tipico_wettbuero_mannheim

Hessen geht zur Not einen Sonderweg wie Schleswig-Holstein

Am 1. Januar 2018 soll es endlich soweit sein, Schluss mit der rechtlichen Grauzone im Sportwetten Bereich. Die Länder haben sich auf eine Änderung im Glücksspielstaatsvertrag geeinigt. Dieser Vertrag legalisiert zum ersten Mal das Geschäft von privaten Sportwetten-Anbietern, die Fußball-Fans schon seit Jahren aus der Trikotwerbung der Spitzenvereine kennen. Damit bekommen alle Buchmacher, die bereits laut den Regelungen von 2012 die Kriterien erfüllt haben, die rechtliche Grundlage zum Anbieten ihrer Dienste auf dem deutschen Markt. Das bedeutet für alle Beteiligten wesentlich mehr Transparenz, sowohl für die Kunden als auch für die Anbieter. Zunächst gilt die neue Regelung aber nur für ein Jahr, bis dahin müssen sich die Länder auf eine dauerhafte Lösung verständigt haben. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU), der für die Regulierung des Glücksspiels in seinem Bundesland zuständig ist, droht bereits damit, ähnlich wie Schleswig-Holstein eigene Wege zu gehen, sollte bis dahin keine Einigung erzielt werden: „Wenn es bis 2019 keine Einigung unter den Ländern geben sollte, wird Hessen ein eigenes Gesetz verabschieden“, so Beuth Diese Drohung ist die Garantie dafür, dass der federführende Minister auch in den nächsten Jahren nicht lockerlassen wird beim Glücksspiel. Allerdings werden die Probleme auf dem Online Markt damit noch lange nicht beendet sein. Denn nur der Sportwetten Bereich profitiert von der Gesetzesänderung. Online Kasinos und Poker Anbieter bleiben außen vor. „Kein Mensch versteht, warum Geldspielgeräte mit einem hohen Marktanteil von mehr als 50 Prozent in Gaststätten und Spielhallen erlaubt sind, obwohl sie das höchste Suchtpotenzial bergen, aber Online-Poker und Casino-Spiele weiterhin verboten sind“, formuliert Beuth den Wiederspruch, der auch bei der Europäischen Union immer wieder angemahnt wird. Die EU fordert daher auch immer noch Nachbesserungen und ist mit der jetzt erzielten Regelung nicht zufrieden.

Raus aus der rechtlichen Grauzone

Für den Sportwetten Fan kann es ab dem kommenden Jahr daher zu einigen Änderungen kommen. Positiv ist natürlich, dass die Wetter sich endlich sicher und vor allem „legal“ fühlen können – das Gefühl, irgendwie doch etwas Falsches zu tun, wird sich verabschieden. Es gibt jedoch mehr Anbieter im Internet, als von der Regelung insgesamt abgedeckt werden. Anders ausgedrückt: Es gibt auch Buchmacher, über die in Deutschland bereits gewettet wird, die den Kriterien der Länder nicht standhalten und eine entsprechende Konzession nicht bekommen. Diese Anbieter werden über kurz oder lang vom Markt verschwinden. Ob das positiv oder negativ ist, mag jeder für sich selbst entscheiden.

Regulierung statt Verbot

Natürlich gibt es auch Menschen, die ein absolutes Verbot von Sportwetten und online Kasinos fordern. Diesen Leuten geht es vornehmlich um Suchtprävention. Doch gerade im digitalen Zeitalter sind Verbote von Internetinhalten so gut wie unmöglich. Ein Verbot von Sportwetten oder online Casinos macht somit überhaupt keinen Sinn sondern würde das ganze kriminalisieren und damit für den Staat am Ende unkontrollierbar machen. Das wiederum bedeutet eine große Gefahr für alle, die gerne spielen – der Schritt in die Illegalität. Sinnvoller ist es da natürlich, die ganze Sache auf rechtlich verbindliche Füße zu stellen.

Private Medien nicht ganz zufrieden

Die Interessenvertretung der privaten Rundfunk- und Telemedienunternehmen (VPRT) ist mit dem Ergebnis nur teilweise zufrieden und fordert Nachbesserungen. Dr. Matthias Kirschenhofer, Vorsitzender des Arbeitskreises Wetten im VPRT: „Der VPRT hatte stets gefordert, insbesondere die quantitativen Begrenzungen bei den Sportwettenkonzessionen aufzuheben. Von daher ist die heutige Entscheidung als ein erster Schritt in die richtige Richtung zu begrüßen, auch wenn eine echte Marktliberalisierung über alle Angebote hinweg noch aussteht. Eine praktikable, rechtssichere und möglichst umfassende Bewerbung von Sportwetten und weiteren Angeboten ist für die Medienunternehmen ein sehr relevanter Refinanzierungsfaktor. Hier lassen die Länder eine Chance ungenutzt, um gerade der Kanalisierungsfunktion, die von Werbung ausgeht, Nachdruck zu verleihen. Stattdessen beharrt man beim Alten.“

Foto:wikimediaWegavision

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