Ausgerechnet dort, wo die olympischen Spiele 2016 stattfinden sollen, in Rio de Janeiro, hat die Wada (Welt-Anti-Soping-Agentur) das Anti-Doping-Labor gesperrt. In der brasilianischen Metropole können somit keine Blut- und Urinproben mehr vorgenommen werden. Wir haben uns mit den möglichen Folgen für die Olympiade beschäftigt. Doch zunächst einmal die nackten Tatsachen:
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Technische Probleme führten zur Schließung

Die Wada teilte zunächst mit, dass die Suspendierung des Labors wegen „einer Nichtübereinstimmung mit dem Internationalen Standard für Laboratorien (ISL)“ zustande kam. Gegenüber neuseeländischen Medien sprach der noch amtierende Wada-Boss David Howman von Problemen technischer Art, die den drastischen Schritt rechtfertigen würden. Das Labor kann noch gegen diese Entscheidung Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof einlegen.

„In der Zwischenzeit wird die Wada mit dem Rio-Labor eng zusammenarbeiten, um das erkannte Problem zu lösen.“

So der angehende neue Wada Direktor Olivier Niggli. Allerdings versicherte er auch, dass die Sperre nur dann aufgehoben werden, wenn das Labor wieder optimal arbeite, sodass „die beste Lösung geschaffen werde, um sicherzustellen, dass die Untersuchung der Proben für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Rio verlässlich ist.“ Alles, was in dem Labor in Rio untersucht werden soll, inklusive der 5000 Dopingproben bei den olympischen Spielen, soll sicher und zeitnah an anderen Stellen weltweit getestet und analysiert werden. Im Übrigen ist es nicht das erste Mal, dass das Labor in die Kritik gerät. Bereits bei der Fußball Weltmeisterschaft 2014 mussten die Proben aus Brasilien für wahnsinnige Kosten quer über den Atlantik gebracht werden, um untersucht zu werden. Rio 2016

Das NOK in Brasilien reagiert verschnupft

Das nationale Olympische Komitee in Rio hat mit Unverständnis auf die Schließung des Labors reagiert. Der Anwalt des NOK, Sergio Mazzillo, meinte dazu höhnisch:

„Das ist die Entscheidung von einem, der die Scheinwerfer sucht, um ein enormes Debakel unter den Tisch zu kehren.“ Der Jurist ist der Meinung, dass dieses Manöver 42 Tage vor dem Beginn der Spiele nur die Fehler der Wada im Dopingskandal der russischen Leichtathleten verdecken soll. Er rät zu einem gerichtlichen Vorgehen gegen die Anschuldigungen „eitler Funktionäre mit abgelaufenem Verfallsdatum“. Verantwortlich für das Labor ist die Universität von Rio, die sich in einer Mitteilung zuversichtlich zeigte, dass die „Tätigkeiten im Juli nach einer technischen Visite der WADA zur Normalität zurückkehren“. „Der Qualitätsstandard ist beibehalten worden und kann von der WADA bei der nächsten Inspektion überprüft werden“, hieß es weiter. Damit die vorherige Sperre aus dem Jahr 2013 aufgehoben wurde, musste die zuständige Uni über 50 Millionen Euro für

  • Nachbesserungen am Gebäude
  • und Ausbildung der Kontrolleure

ausgeben.

Das Labor ist wohl nur das kleinste Problem für die Spiele

Der Austragungsort für die Olympischen Spiele hat allerdings noch viel ärgere Probleme. Denn der Interims Gouverneur des Bundeslandes Rio de Janeiro hat offiziell den „öffentlichen Notstand auf dem Gebiet der Finanzverwaltung“ ausgerufen. Damit machte der Regierungschef nun den Weg frei für die unbürokratische und schnelle Finanzhilfe von der Bundesregierung. Mit den rund 740 Millionen Euro, die der Bund jetzt in das marode Land pumpt, sollen

  • die Fertigstellung der für die Spiele wichtigen U-Bahnlinie 4 von der Südzone zum Olympiaherz Barra da Tijuca
  • und die Überstunden der Polizei sowie die Gehälter der Beamten

bezahlt werden. Der Kommunikationsdirektor des lokalen Organisationskomitees für die Spiele Mario Andrada sagte:

„Für uns ändert sich nichts. Wir arbeiten mit der Landesregierung tagtäglich zusammen und wissen schon seit Monaten um die finanziellen Schwierigkeiten. Seit langer Zeit handeln wir schon Alternativen aus, damit das Land seine für Rio 2016 übernommene Verantwortung erfüllen kann“

Der öffentliche Notstand ist allerdings bei Verfassungsrechtlern äußerst umstritten. Dieser Weg wird normalerweise nur bei Naturkatastrophen beschritten, wenn es wirklich um schnelle Hilfe geht.

Das Labor wird nicht zu einem Problem für Olympia

Bereits bei der Weltmeisterschaft 2014 wurde die Schließung des Labors nicht zu einem Problem, somit rechnen wir auch dieses Mal nicht damit, dass der Ablauf der Spiele und Wettkämpfe durch diesen Vorgang in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Proben werden stattdessen woanders analysiert, das klappte beim Fußball ebenfalls schon. Rio hat wahrlich andere Probleme vor den Olympischen Spielen:

  • Die Wettkampfstätten sind noch nicht alle fertig
  • Die Kriminalität ist sehr hoch
  • Die politischen Probleme des Landes werden spürbar sein
  • Die Armut ist unverhältnismäßig hoch

Foto: shutterstock/Bildnummer:443923393-Urheberrecht: Jirawong Wongdokpuang

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